Blick auf das Meer und Hügel

Betriebsferien in der Toskana

Die Baustube hatte zwei Wochen Betriebsferien, und es hat uns in die Toskana gezogen — an die Küste bei Castagneto Carducci, mit Pisa auf dem Weg. Ein paar Eindrücke, die wir gern teilen.

Beherbert unter Pinien

Gewohnt haben wir in einem Resort aus Holzhäusern mitten im Pinienwald. Die Häuser stehen unter den Bäumen, nicht auf einer gerodeten Fläche; der Schatten nimmt der Hitze die Spitze, den Rest erledigt die Klimaanlage im Haus. Die Wege schlängeln sich, weil die Pinien zuerst da waren, und an jeder Biegung gibt es etwas zu entdecken: ein Pool, eine Bar, ein kleines Theater, das Restaurant unter alten Steineichen. Der Strand liegt am Ende eines Weges durch die Dünen, und das Meer ist dann plötzlich da. Der Lageplan am Eingang zeigt, warum das so gut funktioniert: keine Reihen, sondern Schlaufen, die Autos draussen, die Wege drinnen, und der Treffpunkt dort, wo ohnehin alle hinwollen. Eine schöne Idee, sehr gut gemacht.

Der Keller im Meer

Ein Ausflug hat uns zuerst nach Bolgheri geführt, über die berühmte Zypressenallee — kilometerlang, schnurgerade, Baum an Baum, mit einer Trockensteinmauer daneben und dem Dorf am Ende. Man ist angekommen, bevor man angekommen ist. Von dort weiter nach Castagneto Carducci, und unterhalb des Dorfes, in der Ebene zum Meer, liegt das Weingut, das wir besucht haben. Die Parzellen heissen «Vigneto Ferrari» und «Vigneto Lamborghini», auf schlichten weissen Tafeln zwischen den Reben; ein Schmunzeln, das zum Ort passt. Das Besondere aber: Ein Teil der Weine reift unter Wasser, gut fünfzig Meter tief im Meer vor Portofino, über ein halbes Jahr. Die Flaschen kommen mit Muscheln und Krusten zurück, als hätte man sie aus einem Wrack geholt. Man kann darüber lächeln — oder darin sehen, was ein guter Keller immer war: ein Raum, in dem die Bedingungen stimmen. Der Wein war übrigens hervorragend, ein paar Flaschen sind mit in die Schweiz gereist.

Pisa

Pisa haben wir uns natürlich angeschaut. Der schiefe Turm ist das Berühmte — das Schöne aber ist, wie die drei Bauten zusammenstehen: Taufkirche, Kathedrale, Glockenturm, rund, lang, hoch, mit Abstand zueinander auf dem grünen Rasen, damit jeder für sich wirkt und alle zusammen. Die Kathedrale ist fast tausend Jahre alt und wirkt leicht: Säulen über Säulen, heller und dunkler Marmor in Bändern, Bögen, die das Gewicht sichtbar tragen. Man steht davor und spürt eine Ruhe, noch bevor man weiss, woher sie kommt.

Zurück im Lande

Jetzt sind wir zurück, ausgeruht und mit vollen Notizbüchern. Wer Lust hat, über sein eigenes Haus zu reden — am liebsten vor Ort —

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